So fördert Adipositas das Diabetes-Risiko – und das können Sie dagegen tun
Adipositas und Diabetes haben eine fiese Gemeinsamkeit: Beide schleichen sich oft ganz leise an. Schon bald aber dreht sich alles um Blutzuckerwerte und die Frage: Wie komme ich da wieder raus? Wenn Sie Diabetes haben und abnehmen wollen, sind Sie damit nicht allein. Die Abnehmexperten von S-thetic Weight zeigen in diesem Beitrag, wie Diabetes entsteht, inwiefern die Erkrankung mit Übergewicht zusammenhängt und was Sie tun können, um Ihre gesundheitliche Situation zu verbessern.
Was hat Übergewicht eigentlich mit Diabetes zu tun?
Fettgewebe ist nicht nur „Speicher“ für überschüssige Kalorien, sondern ein hochaktives Organ. Bei zu viel Körperfett geraten Stoffwechselprozesse aus dem Gleichgewicht. Das gilt besonders für den Bauchbereich. Blutzuckerwerte und Blutfette wie zum Beispiel Triglyceride nehmen zu, Entzündungsstoffe bilden sich vermehrt. Die Körperzellen reagieren immer schlechter auf das Hormon Insulin, das entscheidend für die Verstoffwechselung der lebenswichtigen Kohlenhydrate ist. Diese Insulinresistenz ist ein zentraler Mechanismus auf dem Weg zu Typ-2-Diabetes, der Diabetes-Variante, die weitaus am häufigsten vorkommt.1
Die gute Nachricht: Sie können diesen Kreislauf durchbrechen. Schon moderate Änderungen bei Gewicht und Lebensstil können den Blutzuckerwert verbessern und manchmal sogar helfen, die Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme zu reduzieren. Letzteres sollte natürlich nur in enger Abstimmung mit Ihrem Behandlungsteam geschehen.
Wie bekommt man Diabetes?
Diabetes entsteht, wenn der Körper den sogenannten Blutzucker nicht mehr ausreichend regulieren kann.
- Blutzucker ist chemisch gesehen Glukose, die im Blut zirkuliert.
- Diese Glukose (umgangssprachlich: Traubenzucker) stammt nicht nur aus „süßen“ Lebensmitteln wie Limonade, Schokolade oder Gummibärchen, sondern aus den insgesamt dem Körper zugeführten Kohlenhydraten.
- Kohlenhydrate stecken zum Beispiel in Nudeln, Brot und Backwaren, Reis, Kartoffeln, Müsli und vielen weiteren Lebensmitteln. Bei der Verdauung werden sie je nach Herkunft zu Glukose-Bausteinen zerlegt, die dann ins Blut übergehen.
- Auch Zuckerarten wie Haushaltszucker (Saccharose) liefern Glukose. Saccharose wird im Darm in Glukose und Fruktose gespalten. Fruktose (auch bekannt als Fruchtzucker) wird vor allem in der Leber verarbeitet und kann dort teilweise in Glukose umgewandelt werden.
- Zusätzlich kann der Körper Glukose aus eigenen Speichern bereitstellen: In Leber und Muskeln ist sie als Glykogen gespeichert und kann bei Bedarf wieder freigesetzt werden.
Entscheidend für die Verwertung der Glukose ist das Insulin: Es wirkt wie ein „Türöffner“, der Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangen lässt. Wenn Insulin fehlt oder nicht richtig wirkt, bleibt mehr Glukose im Blut und der Stoffwechsel gerät aus dem Takt.2
Diabetes ist gefährlich, weil dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die Blutgefäße und die Nerven schädigen. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Außerdem kann es zu schweren Folgeproblemen wie Nierenschäden, Sehstörungen bis zur Erblindung und schlecht heilenden Wunden kommen.
Welche Ursache hinter erhöhten Blutzuckerwerten steckt, unterscheidet sich je nach Diabetes-Typ.


Diabetes Typ 1: die seltenere Diabetes-Variante
Typ-1-Diabetes macht nur 5 bis 10 % aller Diabetes-Erkrankungen aus. Er ist keine Folge von „zu viel Essen“ oder dem sonstigen Lebenswandel, sondern eine Autoimmunerkrankung.
- Bei Typ 1 greift das Immunsystem die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie.
- Dadurch entsteht ein absoluter Insulinmangel. Insulin muss dann von außen zugeführt werden.
Dieser Prozess kann sich über Monate oder Jahre entwickeln, bevor erste Beschwerden auffallen. Typ-1-Diabetes beginnt häufig bei Kindern und Jugendlichen, kann aber grundsätzlich in jedem Alter auftreten.3
Für Betroffene ist wichtig zu wissen: Auch wenn Typ 1 nicht durch Übergewicht ausgelöst wird, sind gute Ernährung, viel Bewegung und Gewichtsmanagement wichtig. Die Blutzuckerkontrolle wird so erleichtert und das Risiko für Begleiterkrankungen verringert sich. Auch lassen sich Blutzuckerschwankungen infolge solcher Maßnahmen oft besser kontrollieren.

Diabetes Typ 2: Hier hat der Lebensstil entscheidenden Einfluss
Typ-2-Diabetes ist die mit 90 bis 95 % aller Fälle weit überwiegende Variante. Sie entsteht meist schrittweise. Am Anfang ist oft noch genug Insulin im Körper vorhanden, aber die Zellen reagieren immer schlechter darauf. Das nennt man Insulinresistenz. Die Folge: Es wird weniger Glukose aus dem Blut in die Zellen aufgenommen, der Blutzuckerwert steigt.4
Die wichtigsten Faktoren, die Typ-2-Diabetes begünstigen, sind folgende:
- Übergewicht, vor allem zu viel Bauchfett
- Bewegungsmangel
- Genetische Veranlagung.
Gerade Übergewicht und körperliche Inaktivität können eine vorhandene Insulinresistenz auslösen und verstärken. Das setzt oft lange ein, bevor Diabetes als Krankheitsbild überhaupt diagnostiziert wird.
Wenn Sie Diabetes haben und abnehmen wollen, ist die Ursache des Diabetes entscheidend. Bei Typ 2 der Erkrankung kann Gewichtsreduktion der Insulinresistenz spürbar entgegenwirken, so dass oft weniger oder gar keine Medikamente mehr eingenommen werden müssen. Bei Typ 1 hilft Abnehmen vor allem dabei, die Therapie stabiler und planbarer zu machen.5

Welche Möglichkeiten gibt es zur Vorbeugung von Adipositas und Diabetes?
Vorbeugung klingt für viele oft nach „später mal“. Dabei lohnt sie sich gerade dann, wenn man schon erste Warnzeichen für stärkeres Übergewicht oder Diabetes erkannt hat. Das sind zum Beispiel ein angestiegener Nüchternzucker-Wert, erhöhter Bauchumfang und schlechte Blutfett-Werte.
Bei vielen Betroffenen geht es mit einer Diabetes-Vorstufe los. Hier sind die Blutzuckerwerte bereits erhöht, eine klare Diabetes-Diagnose liegt jedoch nicht vor. Unbehandelt kann daraus Diabetes Typ 2 werden. Die Bauchspeicheldrüse versucht vorerst noch gegenzusteuern und mehr Insulin zu produzieren. Irgendwann reicht das aber nicht mehr aus. Dann ist die Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten in Form von Tabletten oder die Injektion von Insulin erforderlich.
Die wirksamsten Gegenmaßnahmen sind gar nicht so kompliziert:
- Mehr Bewegung
- Bessere Ernährung
- Ausreichend Schlaf
- Abbau von Stress
Entscheidend ist ein Plan, der in Ihren Alltag passt. Das Robert-Koch-Institut, die oberste deutsche Gesundheitsbehörde, nennt Adipositas, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel die entscheidenden Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes, die Patientinnen und Patienten selbst beeinflussen können.

Vorbeugungsmaßnahmen gegen Diabetes kompakt zusammengefasst
- Realistisches Gewichts-Ziel setzen: Schon eine Gewichtsabnahme von 5–7 % kann das Diabetes-Risiko deutlich senken. Wenn Sie zum Beispiel 100 kg wiegen, sind das 5–7 kg Gewichtsverlust. Eine Gewichtsreduktion funktioniert meist am besten, wenn eine Ernährungsumstellung mit mehr Bewegung kombiniert wird.
- Bewegung als Standard etablieren: Ein gutes Ziel sind mindestens 150 Minuten gemäßigt intensive Aktivität pro Woche. Das kann für den Anfang zum Beispiel zügiges Gehen sein, später auch Walking. Schwimmen und Radfahren eignen sich ebenfalls gut, weil diese Bewegungsarten gelenkschonend und von fast jeder betroffenen Person einfach durchführbar sind. Ebenfalls empfehlenswert ist leichtes Krafttraining.
- Sich „richtig“ satt essen, nicht einfach weniger essen: Ein Fokus beim Essen sollte auf Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Nüssen liegen. Das sind nährstoffdichte, wenig verarbeitete Nahrungsmittel, die viel schneller satt machen als Fastfood und Fertiggerichte. Eine solche Neuorientierung bei der Nahrungsaufnahme wird von vielen Einrichtungen empfohlen, die Hinweise zu gesunder Ernährung geben, etwa auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO.
- Zuckerhaltige Getränke vermeiden: Sie „überschwemmen“ den Organismus mit viel Kalorien. Damit sind sie ein häufiger unsichtbarer Treiber für Übergewicht und Diabetes.
- Stressabbau und Schlaf ernst nehmen: Dauerstress und Schlafmangel verstärken bei vielen Menschen den Appetit oder rufen sogar regelmäßig Heißhunger hervor. Das erschwert natürlich die Gewichtsregulation. Deshalb gehört ein Augenmerk darauf unbedingt in Ihren persönlichen Plan, mit dem Sie Diabetes und Adipositas vorbeugen.
- Früher checken lassen statt später bereuen: Wenn bei Ihnen bestimmte Risikofaktoren wie Übergewicht, familiäre Vorbelastung oder Bluthochdruck vorhanden sind, sind regelmäßige medizinische Checks bei der Hausärztin oder beim Hausarzt sinnvoll. Je früher Sie gegensteuern, desto leichter für Sie.6

Wie nehme ich als Diabetikerin oder Diabetiker am besten ab?
Abnehmen mit Diabetes klappt am zuverlässigsten, wenn Sie nicht einfach „weniger essen“, sondern anders: und zwar so,
- dass Sie satt sind,
- Ihr Blutzucker möglichst unauffällig bleibt
- und Sie trotzdem ein Kaloriendefizit erreichen.
Kaloriendefizit bedeutet, dass Sie weniger Kalorien über die Nahrung zuführen, als Ihr Körper den Tag über an Energie verbraucht.
Wichtig: Wenn Sie Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente nehmen, kann es sein, dass Sie bei Gewichtsabnahme und mehr Bewegung die Medikamentendosen ändern müssen. Ansonsten besteht ein Unterzucker-Risiko. Stimmen Sie Abnehmmaßnahmen deshalb immer eng mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrem Diabetesteam ab.7
Wie sieht gesunde Ernährung für Diabetikerinnen und Diabetiker aus?
Von Diabetes Betroffene brauchen realistische Richtlinien, wenn sie ihre Situation verbessern und zusätzlich Gewicht verlieren wollen. Wir haben die wichtigsten Punkte hier übersichtlich für Sie zusammengefasst:8
- Individuelle Ernährungstherapie statt Einheitsplan: Welche Lebensmittel Ihren Blutzucker wie stark anheben, ist sehr unterschiedlich. Moderne Methoden der Glukosemessung können helfen, Muster zu erkennen und Mahlzeiten anzupassen.
- Gewichtsreduktion als klares Ziel bei Typ-2-Diabetes: Bei adipösen Menschen mit Typ-2-Diabetes wird heute oft eine deutlichere Gewichtsreduktion als früher angestrebt. Es hat sich gezeigt, dass die Stoffwechselwerte sich so spürbar verbessern lassen.
- Kohlenhydrate „smart“ wählen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und wenig verarbeitete Lebensmittel sind vorzuziehen. So werden Blutzuckerspitzen häufig flacher und Sie bleiben länger satt.
- Ballaststoffe hochfahren: Sie machen satt und unterstützen einen ruhigeren Stoffwechsel nach dem Essen. Ballaststoffreich sind zum Beispiel Gemüse, Hülsenfrüchte und Lebensmittel aus Vollkornmehl.
- Protein in jede Mahlzeit: Das hilft beim Erreichen des Sättigungsgefühls und auch beim Muskelerhalt während des Abnehmens. Zu empfehlen sind zum Beispiel Joghurt oder Quark, Fisch, Eier, Tofu und Hülsenfrüchte.
- Fettqualität statt Fettangst: Nehmen Sie mehr ungesättigte Fette zum Beispiel aus Nüssen oder Olivenöl zu sich. Vermeiden Sie Transfette oder zu stark gesättigtes Fett.
- Konsum zuckerhaltiger Getränke reduzieren: Sie liefern „unsichtbare“ Kalorien, ohne zu sättigen. Diese Maßnahme ist ein wichtiger Hebel für schnellen Fortschritt.
- Planbarkeit schlägt Perfektion: Wiederholbare Standard-Mahlzeiten (zum Beispiel Frühstück oder Lunch nach einem Baukasten-System) sind oft erfolgversprechender als ständig neue Diätregeln.
- Portionen und Ess-Rhythmus ausbalancieren: Feste Mahlzeiten und weniger Nebenbei-Snacks erleichtern vielen die Blutzuckerkontrolle und das Erreichen des Kaloriendefizits.

Welche medizinischen Behandlungsmöglichkeiten zum Abnehmen gibt es außerdem bei Diabetes?
Bei Adipositas (und häufig auch bei Typ-2-Diabetes) geht es nicht um eine einzelne Maßnahme, sondern um ein Stufenkonzept. Leitlinien betonen als Grundlage eine multimodale Basistherapie aus Ernährung, Bewegung und Verhaltensumstellung. Vielen Menschen, die unbedingt abnehmen wollen, fallen solche Lebensstil-Änderungen aber sehr schwer. Je nach Ausgangslage gibt es medizinische Behandlungsoptionen, die beim Abnehmen ungemein helfen können. Bei S-thetic bieten wir Ihnen zum Beispiel folgende Abnehmverfahren ohne OP beziehungsweise endoskopische Verfahren ohne tiefere Schnitte an:
- Magenballon: Ein weicher Silikonballon wird für bis zu ein Jahr endoskopisch in den Magen eingesetzt und dort mit Flüssigkeit gefüllt. Er nimmt Platz ein, reduziert so das verfügbare Magenvolumen und sorgt dafür, dass Sie schneller satt werden und kleinere Portionen essen. Der Magenballon kann ein guter Starthelfer für ein erfolgreiches Abnehmprogramm sein.
- POSE®-3-Endosleeve: Das ist ein endoskopisches Verfahren, bei dem der Magen von innen neu geformt und deutlich verkleinert wird, und zwar schonend ohne klassische Operation. Ziel ist ein früheres Sättigungsgefühl und damit eine nachhaltigere Portionskontrolle. Diese Art der Magenverkleinerung ist dauerhaft.
- Overstitch™-Endosleeve: Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Endosleeve-Verfahren, bei dem der Magen endoskopisch in eine schlankere Form gebracht wird. Der Effekt ist ähnlich wie bei POSE® 3. Overstitch™ kommt jedoch ohne Nickelanteile aus, was für Allergiker relevant sein kann.

S-thetic Weight berät Sie gern unverbindlich und kostenlos
Sie wollen mit Diabetes abnehmen, aber nicht allein herumprobieren? Bei S-thetic Weight können Sie sich kostenlos beraten lassen. Unsere erfahrenen Abnehmexperten nehmen sich Zeit, Ihre Ausgangssituation zu verstehen und Ihre Ziele realistisch mit Ihnen zu planen. Ganz ohne Druck, dafür mit viel Erfahrung und einem Blick darauf, was in Ihrem Alltag wirklich funktioniert. Unser Team freut sich, von Ihnen zu hören.
1https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/10783-metabolic-syndrome
2https://medlineplus.gov/bloodglucose.html
3https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/DiabetesMellitus/Typ1DiabetesInzidenzU18/typ1DiabetesInzidenzU18_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2022&geschlecht=0&standardisierung=0
4https://www.diabinfo.de/vorbeugen/nachrichten/nachrichten/article/was-ist-eine-insulinresistenz.html
5https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/diabetes
6https://www.cdc.gov/diabetes/hcp/lifestyle-change-program/index.html
7https://www.hag-gesundheit.de/fileadmin/hag/data/Arbeitsfelder/Gesundheit_im_Alter/Vernetzungsstelle_Seniorenern%C3%A4hrung/Aktuelle_Ern%C3%A4hrungsempfehlungen_bei_Diabetes_mellitus_Typ_II.pdf
8https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/DuS_2024_S02_Praxisempfehlungen_Skurk_Ernaehrungstherapie-Typ-2.pdf